Kleinod zwischen den Städten:
Wandern im Naturschutzgebiet Tippelsberg / Berger Mühle

Der Naturpfad "Tippelsberg und Berger Mühle" in Bochum +++ Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum


Schon wieder ist der Zettelkasten am Rande des kleinen Parkplatzes an der Cruismannstraße leer, dabei hat sie erst vor einigen Tagen Flyer mit Informationen zum Naturlehrpfad Tippelsberg / Berger Mühle nachgelegt – Katja Hüntemann ist hochzufrieden. „Tja, ich habe den Eindruck, dass das gut ankommt“, sagt die städtische Landschaftsplanerin und macht sich eine Notiz. Flyer auffüllen.

„Das“ – damit meint Hüntemann Bochums größtes Naturschutzgebiet, 53 Hektar Grün kurz hinter der A 43, an der Stadtgrenze zu Herne. Die so begehrten Flyer bewerben den seit Mai 2018 geöffneten 5,5, Kilometer langen Naturlehrpfad durch das Naturschutzgebiet, ein Weg durch Wildnis, Wiesen und Wald mitten im Ballungsraum Ruhrgebiet. Hier jagen Füchse und Marder, nisten Bussarde und Habichte, fischen Reiher und Kormorane. Die Stembergteiche und der Dorneburger Mühlenteich versorgen das Biotop ganzjährig mit Wasser, so dass hier große Schilfwälder wuchern und Zwerg- und Wasserfledermäuse im abendlichen Tiefflug über den Teichen reiche Beute machen. Rund 80 Arten sind in diesem Biotop heimisch.

Ein intelligentes Wegeleitsystem informiert Wanderinnen und Wanderer über die Sehenswürdigkeiten, die die Natur hier reichlich bietet – man muss einfach die QR-Codes auf den mit stilisierten Füchsen versehenen Schildern scannen und kriegt die jeweilige Beschreibung auf das Display des Smartphones gespielt. Etwa, dass hier am Tippelsberg einer der größten Bestände des unter Artenschutz stehenden Riesenschachtelhalms in Nordrhein-Westfalen zu finden ist. Oder, dass dort, wo der Pfad für eine Weile entlang des Castroper Höhenrückens verläuft, vor einigen hunderttausend Jahren das Bett der Ruhr lag. Oder, wie abgestorbene Bäume mit ihrem Totholz erst richtig Leben in den Wald bringen, weil Spechte, Fledermäuse und Insekten hier einen optimalen Lebensraum finden.

Der Naturpfad "Tippelsberg und Berger Mühle" in Bochum +++ Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum
Die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet kümmert sich um den Naturlehrpfad. „Ohne regelmäßige Begehung funktioniert es leider nicht“, erklärt der Leiter der Station, Jürgen Heuser. Es gilt vor allem, zugewucherte oder beschädigte Schilder zu erneuern, damit Wanderer zuverlässig den richtigen Weg finden. Oder nachzusehen, ob die Feuchtwiesen, die Ballsäle der Schmetterlinge, wieder reif zum Mähen sind, sie würden sonst zuwachsen. „Natur ist kein statisches Gebilde“, sagt Heuser. Hier entsteht ständig Neues und Altes zerfällt. Uralte Eichen und Buchen blicken majestätisch rauschend auf junge Weiden, von denen wilder Hopfen herabhängt, eiszeitlicher Lößlehm beherbergt den frisch geschlüpften Nachwuchs von Wildbienen und Grabwespen, Erlenzeisige auf ihrer ersten Winterrast in Deutschland zwitschern über Hohlwegen, die in Jahrhunderten durch die Räder der Fuhrwerke und Karren der Bauern in den Boden gekerbt wurden.

Zur Rast auf dem bei ruhigem Gang etwa eineinhalb Stunden langen Weg lädt der Schultenhof ein, umgeben von Pferdekoppeln und Äckern, hinter denen sich ein weites Panorama des Ruhrgebiets öffnet. Bester Aussichtspunkt auf der Tour ist natürlich der Tippelsberg selbst, von dessen Gipfel aus man den pulsierenden Ballungsraum Ruhrgebiet im Blick hat – und auch den Flecken Grün direkt hinter der Autobahn, in dem – wie man nach dem Begehen des Lehrpfades weiß – besonders viel Leben zu Hause ist.

(19. Oktober 2018)

Der Naturpfad "Tippelsberg und Berger Mühle" in Bochum

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