Station 18: Zeche Gibraltar

Oveneystraße

1925 wurde die Schachtanlage Gibraltar stillgelegt. Sieben Jahre später, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, nahm der rechtsgerichtete Stahlhelm-Bund der Frontsoldaten die leerstehenden Betriebsgebäude in Besitz und benannte sie nach Karl Duesterberg, dem Reichsvorsitzenden des Stahlhelm. In einem Teil des Gebäudekomplexes wurde ein Arbeitsdienstlager des freiwilligen Arbeitsdienstes eingerichtet, in dem Arbeitslose mit Notstandsarbeiten beschäftigt wurden. Seit dem 8. März 1933 befand sich im "Duesterberg-Haus" ein Führerschulungslager des freiwilligen Arbeitsdienstes.

Der westliche Gebäudekomplex wurde offensichtlich Anfang 1933 von der Bochumer SA-Standarte in Besitz genommen. Zahlreiche politische Gegner wurden auf Gibraltar misshandelt, zur Zwangsarbeit verpflichtet und von der SA über Monate hinweg rechtswidrig auf dem ehemaligen Zechenareal gefangen gehalten: Gibraltar war zu einem frühen beziehungsweise "wilden" Konzentrationslager geworden, das erst aufgelöst wurde, als mit Esterwegen, Dachau und anderen Lagern das KZ-System institutionalisiert wurde. Parallel zu dem "wilden" Konzentrationslager eröffnete die Bochumer SA-Standarte im Juni 1933 eine Führerschule auf Gibraltar.

Gestern und heute


Eröffnung der Standartenschule der SA, 1933
Eröffnung der Standartenschule der SA, 1933
Außenaufnahme eines großen Backsteinhauses mit dahintergelegenem Waldstück. Die Terasse des Hauses ist über eine Treppe erreichbar. Auf der Terasse bietet ein Restaurant Sitzgelegenheiten mit Sonnenschirmen an. Im Vordergrund ist ein asphaltierter Gehweg sichtbar.
Heute: Das Bootshaus am Kenmader See

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