Lärmaktionsplanung

Plakat "Öffentlichkeitsbeiteiligung zur Lärmaktionsplanung"
Lärm

Lärm ist jedes unerwünschte Geräusch. Geräusche entstehen durch Schwingungen und breiten sich in der Luft als Schallwellen aus. Die Stärke des Schalls (Lautstärke) kann man messen. Die Messgröße heißt Schalldruck, der angezeigte Messwert ist der Schalldruckpegel und wird in der Einheit Dezibel gemessen.

Lärm wird subjektiv wahrgenommen, so dass jeder Mensch Geräusche je nach Stimmung und Situation unterschiedlich empfindet. Je stärker ein Geräusch ist, desto mehr Menschen empfinden es als unangenehmen Lärm.

Lärm macht krank. Aufgrund der Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Studien wird befürchtet, dass Dauerbelastungen über etwa 65 Dezibel (A) am Tag zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko führen können. Nachgewiesen wurden Änderungen im Stoffwechsel und Hormonhaushalt, Änderung der Gehirnstromaktivität, aber auch schlechter Schlaf und Stresssymptome wie Hormonausschüttung. Langfristig kann dies zu hohem Blutdruck und Herzinfarkt führen.

Umgebungslärm

Unter Umgebungslärm versteht man belästigende oder gesundheitsschädliche Geräusche im Freien, die unter anderem durch die Lärmquellen Straßenverkehr, Schienenverkehr und Industriebetriebe hervorgerufen werden. Nicht zum Umgebungslärm zählen beispielsweise Nachbarschaftslärm oder der Lärm am Arbeitsplatz.

Rechtsgrundlagen und Inhalt der Umgebungslärmrichtlinie

Die Richtlinie 202/49/EG des Europäischen Parlaments vom 25. Juli 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm (EU-Umgebungslärmrichtlinie) wurde durch Änderung des § 47 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) am 15. Juni 2005 in deutsches Recht umgesetzt. Die Umsetzung beinhaltet zwei Arbeitsschritte; zum einen die Ermittlung und Kartierung der Lärmbelastung und zum anderen das Erstellen von Aktionsplänen zur Vermeidung und Verminderung von Umgebungslärm.

In Deutschland sind die Kommunen für die Aufgaben der Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung zuständig. Die einheitliche Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie erfolgt federführend über das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MUNLV). Das Ministerium hat hierzu eine Internetseite mit umfangreichen Informationen zur Umgebungslärmrichtlinie eingerichtet (www.umgebungslaerm.nrw.de). Dort können unter anderem die Lärmkarten für NRW sowie die Lärmaktionspläne eingesehen werden.

Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung in Bochum

Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ist die Stadt Bochum verpflichtet, den Umgebungslärm zu erfassen und in sogenannten Lärmkarten darzustellen. Dieser Verpflichtung ist die Stadt Bochum jetzt zum dritten Mal nachgekommen. Die aktuellen Lärmkarten finden Sie im Geoportal der Stadt Bochum.

Die Ergebnisse werden im Lärmaktionsplan der Stadt Bochum festgehalten. Ebenso sind dort Maßnahmen zu finden, mit denen der Lärm in Schwerpunkten gemindert werden soll. Erstmals aufgestellt wurde dieser Plan bereits zum 1. Oktober 2015. Hier wurden Maßnahmen wie zum Beispiel Geschwindigkeitsreduzierungen, lärmmindernder Asphalt oder die Veränderung von Straßenquerschnitten festgelegt und zu einem großen Teil bereits umgesetzt. Den Detaillierten Lärmaktionsplan finden Sie hier (Dateigröße: circa 60 MB).

Auch das „Lärmschutzfensterprogramm“ der Stadt Bochum mit einem Finanzvolumen von 1 Million Euro ist ein Ergebnis dieser Lärmaktionsplanung.

Der Plan wird nun fortgeschrieben. In einem ersten Schritt hierzu wird gemeinsam mit der Hochschule für Gesundheit (hsg) die Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt. Denn Lärm macht krank! Lärm kann zu Herz- Kreislauferkrankungen sowie zu Lern-, Konzentrations- und Schlafstörungen führen. Prof. Dr. Heike Köckler, hsg-Professorin für Sozialraum und Gesundheit, und Daniel Simon, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der hsg, haben digitale Methoden entwickelt, mit denen sie Menschen zu ihren Lebenswelten befragen können. Interessierte können schnell und einfach mitwirken. Bürgerinnen und Bürger bekommen die Gelegenheit, Lärmbelastungen zu beschreiben und in einer Karte zu verorten. Die entsprechende Online-Plattform hierzu ist im Zeitraum vom 5. November bis 9. Dezember 2018 auf der Homepage der Stadt Bochum zu finden. Zeitgleich werden die Lärmkarten beim Amt für Stadtplanung und Wohnen - Planauslage - Technisches Rathaus, Zimmer 1.0.210 (Foyer) ausgelegt.

Die Öffnungszeiten der Plankammer sind:

Montag, Dienstag, Freitag 8 bis 13 Uhr
Mittwoch 8 bis 16 Uhr
Donnerstag 8 bis 18 Uhr

Zusätzlich zur Online-Plattform können sich Bürgerinnen und Bürger auch mündlich oder schriftlich über das

  • Umwelt- und Grünflächenamt
    Technisches Rathaus
    Kerstin Zänger
    Telefon: 0234 / 910-14 05
    E-Mail: kzaenger@bochum.de
    Hans-Böckler-Straße 19
    44777 Bochum
     

beteiligen. Darüber hinaus sollen zu den „lauten Orten“ bei der jetzigen Aktionsplanung auch „Ruhige Gebiete“ identifiziert werden. Im Anschluss werden diese dann planungsrechtlich festgeschrieben und damit vor einer Zunahme von Lärm geschützt.

Denn wenn auch nicht für alle Lärmschwerpunkte Lösungen gefunden werden können so ist es doch wichtig, für ausreichend Ausgleichsräume im Stadtgebiet zu sorgen.

Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung sollen im Frühjahr 2019 im Rahmen von Informationsveranstaltungen in den einzelnen Bezirken vorgestellt und diskutiert werden.



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