Thorpe-Heimatmuseum (27)

Das Thorpe-Heimatmuseum - Panorama

Das Bauernhausmuseum im Bochumer Ortsteil Eppendorf wurde in den Jahren 1998 – 2013 durch den Eppendorfer Heimatverein e.V. (EHV) auf Acker und landwirtschaftlicher Fläche an der Engelsburger Straße 9 errichtet.

Erstmals erwähnt wurde Eppendorf als „Abbingthorpe“ (Dorf des Abtes) im Jahr 890 in den Steuerverzeichnissen (Urbare, Heberegister) des Klosters (Essen-) Werden. Aus „Abbingthorpe“ leitet sich der Name „Thorpe Heimatmuseum“ ab.

Das Thorpe-Heimatmuseum - Außenaufnahme
Als erster Bauabschnitt des Museums wurde die Scheune (eine Doppel-Durchfahrtscheune mit quergestellten Dachstützen) errichtet. Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1870. Es wurde in Senden (Westfalen) abgebaut, von einem Fachbetrieb in Lemgo restauriert und auf damals noch gepachtetem Grund (seit dem Jahr 2000 im Eigentum des EHV) 1998 an der Engelsburger Straße wieder aufgebaut.
Bis auf das Aufstellen der Gefache (Holzträgerkonstruktion der Wände) und das Decken des Daches wurden alle Handwerksarbeiten von Mitgliedern des EHV in vielen tausend Stunden ehrenamtlich durchgeführt. Die notwendigen Feldbrandsteine für das Ausgefache (Raum zwischen den Holzbalken) lieferte der in Höntrop abgetragene Hof „Stens“.

Die Scheune wird, wie das gesamte Ensemble, als Museum zur Darstellung bäuerlichen Lebens und Arbeitens im Ortsteil genutzt. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Nutzung der Räume für kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten des Vereins. Dazu gehören Theateraufführungen, Autorenlesungen und Traditionsveranstaltungen. In Kooperation mit dem Bochumer Schulmuseum können Kinder darüber hinaus Unterrichtsstunden wie zum Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts erleben und erfahren.

Das Thorpe-Heimatmuseum - Struktur der Außenwände
Im zweiten Bauabschnitt wurde das Bauernhaus (Baujahr 1856) auf dem Museumsgelände in traditioneller Weise aufgestellt. Zuvor war es in Seeze bei Hannover abgebaut und restauriert worden. Die übrigen Arbeiten übernahmen, wie schon beim ersten Bauabschnitt, die ehrenamtlichen Helfer des EHV. - Die ursprüngliche Hausinschrift : „Heinrich Conrad Zieseniß. Elenore Sophie geb. Alten“ wurde originalgetreu wieder herausgearbeitet und erhielt den ehemals goldfarbenen Anstrich.

Das Ausgefache erfolgte beim Bauernhaus in Lehmbauweise. Alle Innen- und Außenwände wurden mit luftgetrockneten Lehmziegeln ausgemauert und mit Lehm- und Kalkmörtel verputzt. Die Fußböden bestehen aus Eichendielen. Türen und Fenster wurden nach historischen Vorbildern nachgearbeitet.
 
Um die Eingangsdeele mit ihrer offenen Feuerstelle gruppieren sich im Erdgeschoss sechs Räume und im ersten Obergeschoss noch einmal drei Räume. Die Funktionen sind der Zeit um 1920 nachempfunden:

Das Thorpe-Heimatmuseum - Innenansichten

Die „Gute Stube“, die nur zu hohen Festen betreten wurde, ist im ehemaligen Pferdestall unter der Knechtekammer untergebracht. Die Wohnküche auf der linken Seite, wurde durch den Umbau des Kuhstalls unter der Mägdekammer seiner neuen Bestimmung zugeführt. Im hinteren Bereich des Deelengeschosses befinden sich das Bauernschlafzimmer, das Näh- und Bügelzimmer sowie die Wirtschaftsküche.

 
Das Obergeschoss, mit  Mägde- und Knechtekammer sowie die  Kinderstube, ist über eine Innentreppe zu erreichen.

Alle Räume sind mit Möbeln und Einrichtungen, Geschirr, Töpfen und Tiegeln aus der Zeit von 1900 bis etwa 1950 komplett und stilgerecht ausgestattet.

Das Thorpe-Heimatmuseum - Backstube
Das Backhaus wurde nach eigenem Entwurf aus altem Eichenholz durch einen Zimmermann errichtet.
Ein Holzbackofen sorgte in früherer Zeit für die Versorgung der Dorfbevölkerung mit Brot und anderen Backwaren. In der Regel wurde in einem Backbuch festgelegt, wer wöchentlich den Backofen anzuheizen hatte, damit alle Dorfbewohner den Ofen benutzen konnten. Heute wird nur noch zu bestimmten Festen oder zur Demonstration angeheizt.
Backutensilien aus vergangener Zeit wie Bäckerfahne, Einschiesser oder Mischwerk fehlen ebenso wenig wie Mühle oder Flegel oder Windfege.

Der Bauerngarten ist ein Kleinod bäuerlicher Gartenkunst und lebt heute im Thorpe Heimatmuseum alljährlich wieder neu auf. Um einen Mittelpunkt-Brunnen geben die Blumen-Kräuter- und Gemüserabatten dem Garten das typische Aussehen eines einheimischen Bauerngartens. Er diente früher der Selbstversorgung des Hofes mit Gemüse, Kräutern und Blumenschmuck.

Das Thorpe-Heimatmuseum - Garten
Heute will der EHV zeigen, welche Techniken beim Gartenbau angewendet wurden und welche Gemüsesorten damals den Mittagstisch bereicherten. Alte Sorten, wie Mangold, Mairübchen, Pastinaken oder Topinambur werden wieder angebaut und finden heute neue Freunde. Die Pflege und Unterhaltung eines solchen Gartens ist sehr arbeitsintensiv und wird in Eppendorf von mehr als vier Personen durchgeführt.
 
Die Bauzeit  einschließlich Trockenmauer- und Buchsbaumeinfassung betrug zwei Jahre. Die Anlage des Bauerngartens wurde wegen seiner Bedeutung von der NRW-Stiftung gefördert.

Den Abschluss der Bauarbeiten bildete die Hofpflasterung mit Grauwacke, sowie die Anlegung des Fußweges zum Museum mit Waschbetonplatten und Blauköpfen. Im Zentrum des Hofes wurde zudem eine Grünfläche mit Schotterrasen erstellt.

Das gesamte Ensemble wird in der Außenanlage durch eine Wagenremise, einen Feuerlöschteich und der Ausstellung von landwirtschaftlichen Großgeräten vervollständigt.

Wechselausstellungen und Sonderführungen werden durch den Eppendorfer Heimatverein auf Anfrage angeboten. Nähere Auskünfte finden Sie im Internet unter www.eppendorfer-heimatverein.de

Text: Eppendorfer Heimatverein e.V.

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